Fox trumpft am Sonntag mit seinem Cartoon-Abend auf. Vier Serien, von denen ich zwei gucke und die ich auch trotz hoher Qualitätsschwankungen beide mag. Zum Auftakt der Staffeln haben sie mich jedoch enttäuscht.
The Simpsons – Elementary School Musical (22×01)
Auf die Folge hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, weil die Glee-Darsteller Lea Michele und Cory Monteith Cameo-Auftritte haben sollten. Die fielen jedoch schwach aus. Wer von Glee keine Ahnung hat, wird die Anspielung nicht mal verstanden haben (ihre Namen werden nicht genannt) und das kurze Lied, das sie zum Besten gaben, bereitete mir Scham-Bauchschmerzen. Handlungstechnisch war der Lisa-Teil der Folge eher unspektakulär. Sie besucht für eine Woche ein Künstler-Ferienlager und kann nach dieser Zeit nicht von dem Traum des Künstlerdaseins loslassen. Es gibt einige nette Seitenhiebe gegen den hier als äußerst erfolglos dargestellten “Beruf” des Künstlers, aber viel mehr bietet Lisas Geschichte nicht.
Den zweiten Teil entspinnt sich um Krusty, der vermeintlich für den Friedensnobelpreis nominiert wurde und nach Europa geflogen wird. Anstatt in Norwegen landet der Flieger mit Krusty, der Homer und Bart auf diese Reise mitgenommen hat, in Den Haag, wo Krusty für diverse Verbrechen, die er in Europa begangen hat, zur Rechenschaft gezogen werden soll.
Dieser Teil hat mir etwas mehr Spaß bereitet, war insgesamt jedoch auch nur mittelmäßig und löste sich sehr hanebüchen auf. Dass die Simpsons ihre beste Zeit lange hinter sich haben, ist bekannt. Diese Folge lag dennoch deutlich unter dem gewohnten Niveau.
Family Guy – And Then There Were Fewer (9×01)
Die Serie um die Familie Griffin widmet sich in ihrer ersten Folge der Parodie eines bekannten Thriller-Szenarios. So ziemlich jeder bekannte Charakter aus dem Family Guy Universum wird unter einem falschen Vorwand in ein abgelegenes Herrenhaus eingeladen. Wie sich herausstellt stammt die Einladung von James Woods, der sich – so behauptet er zumindest – sich mit dieser Einladung bei allen Menschen zu entschuldigen, denen er etwas Böses angetan hat. Doch bald gibt es ein erstes Todesopfer und der Verdacht fällt natürlich auf Woods, der plötzlich unauffindbar ist. Schon bald sterben weitere bekannte Nebenfiguren, die nach Aussage von McFarlane (wer nicht wissen will, wer stirbt, klickt da nicht drauf!) von nun an tatsächlich nicht mehr in der Serie vorkommen werden.
Family Guy beweist, dass die Widmung einer gesamten Folge (die in diesem Fall auch noch fast 50 Minuten dauert) zu einem bestimmten Thema, das parodiert wird, nicht wirklich funktioniert. Die meisten Witze wirken platt, sind vorhersehbar und alles andere als originell. Die Folge weist auch einige Längen auf, erzählt aber eine solide Mystery-Geschichte, die gut durchdacht ist. Dennoch sind wirklich gute Witze rar gesät und trotz der Todesthematik erscheint die Folge (mit der Ausnahme der Gewaltdarstellung) insgesamt zu zahm für Serienverhältnisse.
Habe bisher nur die Simpsons gesehen und fand die Folge für einen Saisoneröffner auch unterdurchschnittlich. Von Glee habe ich keine Ahnung, aber dafür waren die Flight of the Conchords (die beiden Künstler) dabei. Die zwar letztlich auch nicht viel vom schwachen Skript retten konnten, aber es hat mich doch gefreut, die beiden nochmal wiederzusehen. In ihrer eigenen, leider nur zwei Staffeln umfassenden Show, waren sie richtig genial.
Zwei Anmerkungen, die nichts mit Zeichentrickserien zu tun haben:
a) Flight of the Conchords: Genial, unbestritten. Ich werde diese Show in Ehren halten, solange Telefone eine Kamera haben!
b) Besonders froh war ich über die Andeutung, die Mr. Graf bezüglich Glee gemacht hat: Auch ich zähle Glee zu meinen Guilty Pleasures! Und bisher war ich der Meinung, ich teilte dieses Laster allein mit Teenagermädchen, Hausfrauen und Gay Pride-Aktivisten – ha! Schön, dass Du auch dabei bist, Grafmeister! Denn so sehr ich auch mit den zuvor Genannten befreundet sein mag, ich fühle mich nun doch weniger allein!
@inishmore: Ah, Flight of the Conchords kenn ich wiederum nicht :) Aber anscheinend hätte auch dieses Wissen die Folge für mich nicht gerettet.
@oswaldkeule: Ich würde Glee nicht unbedingt als Guilty Pleasure bezeichnen. Vor allem seit ich am letzten Wochenende in Rock Camp 2 reingeschaltet habe und erkennen konnte, wie schlecht eines der Vorbilder ist. Die Serie hat viele Mängel, aber liebenswert ist sie irgendwie trotzdem. Trotzdem ist es angenehm, zu erfahren, dass es noch andere Zuschauer fernab der Klischee-Zielgruppen gibt ;)
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