Joss Whedon (oder zumindest seine Schöpfungen) dürfte jedem ein Begriff sein. Er ist für Buffy – Im Bann der Dämonen und den Ableger Angel – Jäger der Finsternis verantworltlich. Sein eigenes Denkmal hat er sich jedoch mit Firefly gebaut. Auch wenn Firefly nach einer Staffel und einem Film abgesetzt wurde zählt sie zu den meistgelobten SciFi-Serien überhaupt, was auch an dem Szenario liegt, welches mit keiner anderen Serie vergleichbar ist.
Nach dem aus für Firefly hat Whedon noch Dr. Horrible’s Sing Along Blog ins Leben gerufen – Ein Musical mit Neil Patrick Harris und Nathan Fillion.
Danach war es aber wieder Zeit für ein richtiges Projekt. Und herausgekommen ist: Dollhouse.
Ich bin mit sehr großen Erwartungen an diese Serie gegangen, da ich Firefly für ein Meisterwerk halte und auch das das Konzept für Dollhouse sehr vielversprechend fand.
In der ersten Staffel wird einführend erklärt, dass es sich beim Dollhouse um eine Institution handelt, welche echte Menschen mittels Gehirnwäsche so bearbeitet, dass reiche Menschen sich die „Dolls“ für ein Paar Tage mieten können um sich Wünsche zu erfüllen, die im normalen Leben nicht erreichbar sind. Hierbei reicht das Spektrum von einfachen Liebesdiensten bis zum Mutterersatz. Die Dolls werden je nach Wunsch des Mieters „programmiert“ und empfinden deswegen ihren Auftrag nicht als solchen, sondern halten es für ihren frein Willen.
Als Hauptcharakter wird die Doll „Echo“ eingesetzt. An ihr wird das Auftragsspektrum des Dollhouse gezeigt und auch die Charakterentwicklung aufgezeigt, die in der ersten Staffel noch relativ kurz kommt, aber zum Mittelpunkt der zweiten wird.
Zweiter großer Aspekt von Staffel eins ist die Jagd des FBI-Agents Paul Ballard (Helo aus Battlestar Galactica) nach dem Dollhouse. Auf die Spur des Dollhouse kommt er, in dem er das vermisste Mädchen Caroline sucht, welche sich als Echo herausstellt.
Spoilerwarnung
Nachdem Ballard in der ersten Staffel vom FBI gefeuert wurde, da es nicht an die Existenz des Dollhouse glaubt und seine Freundin sich als Doll herausgestellt hat, wird er der Betreuer von Echo.
Außerdem treten immer mehr Fehler bei den Dolls auf, welche die Intigrität des Dollhouse in Gefahr bringen.
/Spoilerwarnung
Es ist relativ offensichtlich, dass in der ersten Staffel das Konzept und Ziel der Serie noch nicht richtig feststanden, was dazu führt, dass die ersten Folgen noch vor sich herdümpeln ohne das der Zuschauer versteht was alles vor sich geht. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, da die Serie im zweiten Drittel der ersten Staffel an Fahrt gewinnt und langsam einen Spannungsbogen aufbaut. Die moralischen Bedenken und die Hintergründe des Aufenthalts der Menschen im Dollhouse langsam beleuchtet werden und man erkennt, dass jeder einen anderen Hintergrund hat und es sich nicht um unmoralische Maschinen ohne jeden Skrupel handelt. Außerdem werden die Unterschiedlichen Charaktere sehr fein ausgearbeitet, so dass man sich mit ihnen Idenzifizieren kann.
Die zweite Staffel schafft es dann, noch einen draufzusetzen und das Niveau der Serie so zu heben, dass man sie durchaus mit einer Detailversessenheit wie in Firefly vergleichen kann. Man merkt, wie sehr die Serie Whedon am Herzen liegt und er versucht das Konzept mehr auf die einzelnen Charaktere und deren Tiefen auszulegen.
Das gelingt ihm auch sehr gut, so dass ich jedem empfehle die Serie zu schauen.

25. Oktober 2009 um 11:01 |
Oh ja! Eine tolle Serie, die spätestens ab der Hälfte der ersten Staffel wirklich zu überzeugen weiß. Freue mich nun schon unbandig auf Staffel 2 – die wohl letzte Staffel… :(
26. Oktober 2009 um 1:17 |
Also ich hab nichts davon gehört, dass nach der zweiten Staffel Schluss ist. Meines Wissens nach soll es weitergehen. Was auch zu wünschen wäre bei der momentanen Qualität