
(Quelle: kino.de)
Nach Cloverfield nun der zweite Kinofilm für dieses Jahr – wenn man von diversen Sneak Previews absieht. Dieses mal stand weder das eigene Interesse noch das der besseren Hälfte im Vordergrund. Fleisch ist mein Gemüse war nur für Abendunterhaltung zweier Freunde geplant. Ich wusste zumal gar nicht, um was es in dem Film geht. Mein Fazit ist, dass es teilweise ganz nette Unterhaltung geboten hat, aber irgendwie fand ich die – autobiographische – Story des ca. 25-jährigen Heinz Strunks ziemlich enttäuschend.
Mitte der 80er Jahre im Hamburger Stadtteil Harburg wächst der junge Heinz Strunk auf. Ihn plagen fiese Hautausschläge, eine sieche Mutti und die instabile Nachbarin. Dafür kommt er ins Show-Biz als Saxophonist einer Mugger-Kapelle (Tiffanys), wo er auf Schützenfesten Korn, Klaus & Klaus und Koteletts kennen lernt. Mit den Sängerinnen Anja und Jette versucht er daraufhin die Solo-Karriere.
(Quelle: kino.de)
Da ich das Buch, auf dem der Film basiert, nicht gelesen habe, kann ich auch schlecht sagen, ob es sich bei einigen Stellen nun um Freiheiten des Regisseurs handelt oder es auch so im Buch aufgebaut war. Zum Einen ist es nämlich so, dass der “alte” Heinz Strunk, der sich diese Biographie zusammen mit einen Jägermeister-Hirschen ansieht, Kommentare abgibt, sprich die Handlung wird kurz unterbrochen. Und zum Anderen werden Zitate, u.a. auch von bekannten aus dem Musikbusiness, als Kapitel eines Abschnitts benutzt.
Ich hatte das Glück, dass der Regisseur Christian Görlitz persönlich im Kino saß, um seinen Film vorzustellen. Man muss sich das bitte kurz vorstellen: die Tage davor war er in Braunschweig (ca. 245.000 Einwohner) und Hamburg (ca. 1.700.000 Einwohner) im Cinemaxx und gestern in Husum (ca. 22.000 Einwohner) im Kino-Center. Und wir wussten das vorher noch nicht mal, sondern erst als wir uns im Kino noch kurz durchgelesen haben, worum es in dem Film geht.
Auf jeden Fall weiß ich aus dem Nachwort des Regisseurs, dass das Buch im Gegensatz zum Film kein “Happy End” hat. Er hat das so erklärt, dass für ihn die Liebesgeschichte, die am Ende positiv für Heinz Strunk ausgeht, stellvertretend für den Erfolg des Buches stehen soll. Die Idee finde ich sogar ganz nett, besonders da am Ende des Film auch wieder der “alte” Heinz Strunk sich zu Wort meldet und sich beschwert, dass das doch gar nicht so passiert ist, um eben auch im Film darauf hinzuweisen, dass der Teil frei erdacht ist – eventuell als Wunschdenken anzusehen.
Zum Ende möchte ich noch anmerken, dass mir der Altersdurchschnitt im Kinosaal höher vorkam als sonst. Also 80% der Besucher gehörten zur Gruppe 40+. Ich weiß nun nicht, ob es daran lag, dass am Freitagabend die “jungen” Leute bei uns nur Party machen oder die “älteren” aufgrund des Besuchs des Regisseurs so zahlreich erschienen sind.

27. August 2008 um 5:12 |
Es scheint eine alte Tradition in Husum zu sein, daß bei kulturellen Ereignissen immer die wichtigen sehr wichtigen Nordfriesen dabei sind, um mit dezenten Kopfnicken ihr Wohlwollen und ihr Kennertum zu äußern. Und um dabei gesehen zu werden, wie sie mit Kennertum ihren Kopf nicken. Ihre Zahl ist zwar begrenzt, aber dafür sind sie durch nichts und niemanden zu stoppen, wenn B-Prominenz oder Hochkulturverdächtiges in die Stadt einmarschiert. Da die Ereignisse hier rar gesät sind, fallen sie allerdings erst auf, wenn sie die Jugend von ihren reservierten Plätzen schubsen und nachher Regisseure, Literaten und Musiker mit allerdämlichsten Fragen blaue Flecken langweilen. Die sich überraschenderweise nichts anmerken lassen oder sogar wie einst Max Goldt im Speicher seine Kritik an Leuten, die in der ersten Reihe sitzen, gleich wieder relativierte. Das war traurig.