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Der Auftakt der 22ten Staffel von The Simpsons enttäuschte durch den stümperhaften Einsatz von Gaststars, oberflächlichen Absurditäten als prägendes humoristisches Element und wenige, wirkliche lustige Witze.

Bedeutend lustiger ist auch die zweite Episode nicht ausgefallen, doch wird dieses Manko durch eine gute Geschichte ausgeglichen. Granpa Simpsons entschließt sich, den jüngeren Generationen der Familie seine Ersparnisse vorzeitig zu vererben. Fünfzig Dollar für jeden. Daraus entspinnen sich zwei Geschichten. Lisa will ihr Geld für einen guten Zweck einsetzen und investiert ihren Anteil über eine Internetplattform in Nelson, der eine Fahrradwerkstatt eröffnen will, die anschließend einen so großen Erfolg hat, dass er die Schule schmeißt. Eine Entscheidung, die Lisa natürlich nicht verantworten kann.

Im zweiten Handlungsstrang kauft Marge versehentlich eine 500$-Handtasche (sie hat sich natürlich beim Preisschild vertan) als sie die Tasche trotz eines Flecks gegen volle Rückerstattung umtauscht, entdeckt Homer das Potenzial des „Ausleihens“ von teuren Dingen. Insgesamt eine lahme Geschichte, die von Homer und Marge ausgeht, die jedoch die lustigsten Witze parat hält. Vor allem ein Lou-Wiggum-Gag weiß zu gefallen. Außerdem schön: Die Itchy und Scratchy Folge, in der das ikonische Intro von Pixars UP auf die Schippe genommen wird.

Was die Folge angenehm macht, ist die hübsche, wenn auch berechenbare Geschichte um Lisa und Nelson, die den besten Weg einschlägt, die den ‘neuen’ Simpsons noch übrig bleibt. Eine simple, aber gut geschriebene Geschichte mit hintergründigerem Humor, die auf die Emotionen zwischen den Charakteren baut. Der Homer-Marge-Part zeigt wie es nicht geht – austauschbar, nicht konsequent lustig und zu albern.
Zumindest den Gaststar verstehen die Serienmacher in dieser Folge gut zu nutzen. Mark Zuckerbergs Auftritt ist pointiert gesetzt und weiß zu amüsieren.

Fox trumpft am Sonntag mit seinem Cartoon-Abend auf. Vier Serien, von denen ich zwei gucke und die ich auch trotz hoher Qualitätsschwankungen beide mag. Zum Auftakt der Staffeln haben sie mich jedoch enttäuscht.

The Simpsons – Elementary School Musical (22×01)

Auf die Folge hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, weil die Glee-Darsteller Lea Michele und Cory Monteith Cameo-Auftritte haben sollten. Die fielen jedoch schwach aus. Wer von Glee keine Ahnung hat, wird die Anspielung nicht mal verstanden haben (ihre Namen werden nicht genannt) und das kurze Lied, das sie zum Besten gaben, bereitete mir Scham-Bauchschmerzen. Handlungstechnisch war der Lisa-Teil der Folge eher unspektakulär. Sie besucht für eine Woche ein Künstler-Ferienlager und kann nach dieser Zeit nicht von dem Traum des Künstlerdaseins loslassen. Es gibt einige nette Seitenhiebe gegen den hier als äußerst erfolglos dargestellten „Beruf“ des Künstlers, aber viel mehr bietet Lisas Geschichte nicht.
Den zweiten Teil entspinnt sich um Krusty, der vermeintlich für den Friedensnobelpreis nominiert wurde und nach Europa geflogen wird. Anstatt in Norwegen landet der Flieger mit Krusty, der Homer und Bart auf diese Reise mitgenommen hat, in Den Haag, wo Krusty für diverse Verbrechen, die er in Europa begangen hat, zur Rechenschaft gezogen werden soll.
Dieser Teil hat mir etwas mehr Spaß bereitet, war insgesamt jedoch auch nur mittelmäßig und löste sich sehr hanebüchen auf. Dass die Simpsons ihre beste Zeit lange hinter sich haben, ist bekannt. Diese Folge lag dennoch deutlich unter dem gewohnten Niveau.

Family Guy – And Then There Were Fewer (9×01)

Die Serie um die Familie Griffin widmet sich in ihrer ersten Folge der Parodie eines bekannten Thriller-Szenarios. So ziemlich jeder bekannte Charakter aus dem Family Guy Universum wird unter einem falschen Vorwand in ein abgelegenes Herrenhaus eingeladen. Wie sich herausstellt stammt die Einladung von James Woods, der sich – so behauptet er zumindest – sich mit dieser Einladung bei allen Menschen zu entschuldigen, denen er etwas Böses angetan hat. Doch bald gibt es ein erstes Todesopfer und der Verdacht fällt natürlich auf Woods, der plötzlich unauffindbar ist. Schon bald sterben weitere bekannte Nebenfiguren, die nach Aussage von McFarlane (wer nicht wissen will, wer stirbt, klickt da nicht drauf!) von nun an tatsächlich nicht mehr in der Serie vorkommen werden.
Family Guy beweist, dass die Widmung einer gesamten Folge (die in diesem Fall auch noch fast 50 Minuten dauert) zu einem bestimmten Thema, das parodiert wird, nicht wirklich funktioniert. Die meisten Witze wirken platt, sind vorhersehbar und alles andere als originell. Die Folge weist auch einige Längen auf, erzählt aber eine solide Mystery-Geschichte, die gut durchdacht ist. Dennoch sind wirklich gute Witze rar gesät und trotz der Todesthematik erscheint die Folge (mit der Ausnahme der Gewaltdarstellung) insgesamt zu zahm für Serienverhältnisse.

Matt LeBlanc plays Matt LeBlanc

Eigentlich vermeide ich es, Videos zu bloggen, die älter sind als einige Monate (Musik ausgenommen). In dem Glauben, dass es sowieso jeder schon längst gesehen hat, spare ich mir die Schmach, dass auch noch gesagt zu bekommen, sollte ich es als etwas Neues und Überraschendes darstellen.

Aber ich mache mal eine Ausnahme, denn wenn ich von dieser Serie nichts mitbekommen habe, dann kann es gut sein, dass es vielen anderen auch so geht. Als großer Friends-Fan leide ich förmlich in den Zeiten mit, in denen der liebgewonnene Cast keine Bildschirm-/Leinwandpräsenz hat. Besonders für Matt LeBlanc sah es nach dem früh abgesetzten Joey dunkel aus. Umso fröhlicher stimmt es mich, dass er der Star der neuen Showtime-Serie Episodes (wie kann man einer Show nur so einen Namen geben?) wird. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Rolle des Joey Tribbiani seine einzig nennenswerte gute Leistung war, doch die Preview zu Episodes ist so was von meta und pseudo-real, dass ich keine wirkliche Ahnung habe, worum es geht und ob das Gezeigte nur Gag oder tatsächlich Material aus dem Pilot ist.

Aber ich habe das Gefühl, dass diese Rolle LeBlancs größte sein könnte. Folgendes Video hat mir zumindest unheimlich gut gefallen.

Mike & Molly – Pilot

Ich habe als Kind von meinen Eltern eine Regel für das soziale Leben mit auf den Weg bekommen, die sicher auch anderen beigebracht wurde: Man macht keine Witze über Übergewichtige. Denn obwohl es mit Sicherheit viele Menschen gibt, die durch ihren eigenen Lebensstil selber an ihrer Figur sind, haben andere Menschen von Natur aus eine dickliche Figur und können daran auch nicht viel ändern. Witze über solche Menschen wären dementsprechend respektlos.

Und dann so was. In die Fall Season 2010 hat sich eine Sitcom gemischt, die ihren zentralen Humor eben durch Witze über Dicke gewinnen soll. Dementsprechend kritisch war ich dem Pilot von Mike & Molly eingestellt. Denn eine Serie, die auf dummen Kalauern aufgebaut ist, braucht keiner. Ein bisschen Hoffnung hat mir der Name Chuck Lorre gemacht, der wie eine gigantische Marketingwolke über dem neuen Format schwebt. Zwar kann ich mit seinem Werk hauptsächlich nicht viel anfangen, doch mit The Big Bang Theory konnte Lorre beweisen, dass er sich im Milieu von Außenseitern höchst unterhaltsam, humorvoll und vor allem respektvoll bewegen kann. Wenn sich also jemand an eine solche Thematik wagen kann, dann er.

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