Ich bin kein großer Fan von Mysteryserien. Akte X war mir zu abgehoben und Lost wirft gefühlte 500 Staffeln lang Fragen auf, ohne auch nur eine zu beantworten. Dementsprechend „hoch“ waren meine Erwartungen an FlashForward.
Immerhin besteht die Story daraus, dass die gesamte Weltbevölkerung zum selben Zeitpunkt für 137 Sekunden in Ohnmacht fällt und dabei in die Zukunft sieht. Und weil FBI-Agent Mark Benford in seinem „Flash Forward“ gesehen hat, wie er den Fall untersucht, leitet er die Untersuchung ein. Er hat aber auch mit privaten Problemen zu kämpfen, da er trockener Alkoholiker ist, aber gesehen hat, dass er wieder trinken wird. Seine Frau sah, wie sie mit einem anderen Mann zusammen lebt.
Gleichzeitig versucht sein Kollege (dessen Namen ich mir nicht merken kann, weil es sich um Harold aus Harold and Kumar handelt) herauszufinden, warum er keine Vision hatte und findet heraus, dass er zu dem Zeitpunkt schon umgebracht worden sein wird. Also versucht er, seinen Mord zu verhindern.
Einer der wenigen Kritikpunkte, die ich an FlashForward habe ist, dass ich selten einen so unpassenden Soundtrack bei spannenden Szenen erlebt hat. Bei einer Schießerei beispielsweise läuft fröhliches Fahrstuhlgedudel.
Ansonsten ist die Serie erstaunlich gut. Sie beantwortet genügend Fragen, um mich nicht als Zuschauer zu verlieren – behält aber auch genug Geheimnisse um nicht vorhersehbar zu werden. Außerdem nimmt sie sich nicht zu Ernst, so dass es nicht lächerlich wird. Alles in allem die Mysteryserie mit dem besten Potential seit langer Zeit
FlashForward
1. November 2009Nitro Circus
31. Oktober 2009Wenn bei den Produzenten einer Serie der Name Johnny Knoxville auftaucht, weiß jeder was auf einen zukommt. Jeder der Jackass gesehen hat kennt das Prinzip mit den Idioten, die irgendwelche bescheuerten Stunts und anderen Blödsinn machen.
Bei Nitro Circus beschränkt man sich größtenteils auf den Bereich der Stunts, nimmt dafür aber Leute, die meistens wissen was sie tun. Bei den meisten aus der Crew handelt und irgendwelche Extremsportprofis und als „Hauptdarsteller“ agiert Travis Pastrana, der einer der besten Motocross/Freestyle-Fahrer der Welt und außerdem ist er Rallyprofi. Die meisten Stunts werdem dementsprechend mit motorisierten Vehikeln jeder Art durchgeführt. Dadurch, dass es sich um Leute handelt, die Ahnung von dem haben was sie tun, sind die Stunts entsprechend beeindruckender als in Jackass.
Für die anspruchslose Bespaßung zwischendurch ist Nitro Circus also bestens geeignet.
Pastewka
31. Oktober 2009Eigentlich gehört die Serie gar nicht auf dieses Blog, denn immerhin ist es eine deutsche Produktion. Nachdem ich mich aber die ersten beiden Staffeln angesehen habe muss ich sagen, dass es tatsächlich die erste Serie aus Deutschland ist, über die ich lachen kann. Bastian Pastewka spielt (oder besser gesagt, parodiert) sich selbst und ist damit lustiger als in all seinen bisherigen Rollen. Auch der Rest der immer wiederkehrenden Rollen ist sehr gut gewählt. Gerade die Rolle von Pastewkas Nichte Kim ist sehr gut besetzt. Zwar nerven die ab und zu sehr gezwungen wirkenden Witze zum Teil, aber über diesen Mangel kann man aufgrund der hochkarätig besetzten Gastrollen hinwegsehen. So ziemlich jeder bekannte Comedian des Landes hat einen Auftritt in der Serie. Leider ziehen manche Gäste aber nur ihre Standardrolle durch und wenn das so ist wird die Serie unlustig, wie es die normale deutsche Comedy nunmal so ansich hat.
Bastian Pastewka kann aber diese Schwächen ausgleichen, da man ihm die Rolle des inkompetenten, tollpatschigen Arschlochs jederzeit abnimmt. Dabei gerät er häufig in Situationen in denen er Versucht nett zu sein oder einfach nur heile herauszukommen und reitet sich dabei immer weiter hinein. Das wird teils sehr abstrus und unglaubwürdig, ist aber die meiste Zeit lustig.
Das beste an der Show ist jedoch meiner Meinung nach, dass sie sich nicht so ernst nimmt – eine Eigenschaft die normalerweise jeder deutschen Komödiant besitzt und dazu führt, dass er einfach nicht mehr komisch ist.
The League
30. Oktober 2009The League ist eine neue Sitcom auf die ich durch Jon Lajoie (den die meißten wahrscheinlich wegen „Show me you Genitals“ kennen) gestoßen bin, da er dort einen der Freunde spielt die zusammen eine Fantsy-Football-League betreiben. Damit ist im Grunde auch schon die Grundgeschichte der Serie zusammengefasst, zumindest scheint es nach der ersten Folge so zu sein. Die Liga ist den Freunden so wichtig, dass sie dabei ihr reales Leben ziemlich vernachlässigen. Die Truppe lässt sich am ehesten mit NO MA’AM aus Eine schrecklich nette Familie vergleichen, nur ohne den Sexismus.
Wenn ich es mit bestehenden Serien vergleichen sollte würde ich am Ehesten Big Bang Theory, How I met Your Mother und IT-Crowd nehmen, aber das sind nur ziemlich schlechte Vergleiche. Das Niveau der von der ersten Episode entspricht ungefähr dem Songniveau von Lajoie – ist also ziemlich lustig, aber verdammt flach.
Eine wirkliche Beurteilung des Serienpotentials ist aber erst nach ein Paar Folgen möglich um zu sehen ob die Schreiber ausreichend Ideen haben um eine ganze Serie zu füllen.
Ausschnitte aus der ersten Folge:
Für alle die Lajoie nicht kennen:
Dollhouse
24. Oktober 2009Joss Whedon (oder zumindest seine Schöpfungen) dürfte jedem ein Begriff sein. Er ist für Buffy – Im Bann der Dämonen und den Ableger Angel – Jäger der Finsternis verantworltlich. Sein eigenes Denkmal hat er sich jedoch mit Firefly gebaut. Auch wenn Firefly nach einer Staffel und einem Film abgesetzt wurde zählt sie zu den meistgelobten SciFi-Serien überhaupt, was auch an dem Szenario liegt, welches mit keiner anderen Serie vergleichbar ist.
Nach dem aus für Firefly hat Whedon noch Dr. Horrible’s Sing Along Blog ins Leben gerufen – Ein Musical mit Neil Patrick Harris und Nathan Fillion.
Danach war es aber wieder Zeit für ein richtiges Projekt. Und herausgekommen ist: Dollhouse.
Ich bin mit sehr großen Erwartungen an diese Serie gegangen, da ich Firefly für ein Meisterwerk halte und auch das das Konzept für Dollhouse sehr vielversprechend fand.
In der ersten Staffel wird einführend erklärt, dass es sich beim Dollhouse um eine Institution handelt, welche echte Menschen mittels Gehirnwäsche so bearbeitet, dass reiche Menschen sich die „Dolls“ für ein Paar Tage mieten können um sich Wünsche zu erfüllen, die im normalen Leben nicht erreichbar sind. Hierbei reicht das Spektrum von einfachen Liebesdiensten bis zum Mutterersatz. Die Dolls werden je nach Wunsch des Mieters „programmiert“ und empfinden deswegen ihren Auftrag nicht als solchen, sondern halten es für ihren frein Willen.
Als Hauptcharakter wird die Doll „Echo“ eingesetzt. An ihr wird das Auftragsspektrum des Dollhouse gezeigt und auch die Charakterentwicklung aufgezeigt, die in der ersten Staffel noch relativ kurz kommt, aber zum Mittelpunkt der zweiten wird.
Zweiter großer Aspekt von Staffel eins ist die Jagd des FBI-Agents Paul Ballard (Helo aus Battlestar Galactica) nach dem Dollhouse. Auf die Spur des Dollhouse kommt er, in dem er das vermisste Mädchen Caroline sucht, welche sich als Echo herausstellt.
Spoilerwarnung
Nachdem Ballard in der ersten Staffel vom FBI gefeuert wurde, da es nicht an die Existenz des Dollhouse glaubt und seine Freundin sich als Doll herausgestellt hat, wird er der Betreuer von Echo.
Außerdem treten immer mehr Fehler bei den Dolls auf, welche die Intigrität des Dollhouse in Gefahr bringen.
/Spoilerwarnung
Es ist relativ offensichtlich, dass in der ersten Staffel das Konzept und Ziel der Serie noch nicht richtig feststanden, was dazu führt, dass die ersten Folgen noch vor sich herdümpeln ohne das der Zuschauer versteht was alles vor sich geht. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, da die Serie im zweiten Drittel der ersten Staffel an Fahrt gewinnt und langsam einen Spannungsbogen aufbaut. Die moralischen Bedenken und die Hintergründe des Aufenthalts der Menschen im Dollhouse langsam beleuchtet werden und man erkennt, dass jeder einen anderen Hintergrund hat und es sich nicht um unmoralische Maschinen ohne jeden Skrupel handelt. Außerdem werden die Unterschiedlichen Charaktere sehr fein ausgearbeitet, so dass man sich mit ihnen Idenzifizieren kann.
Die zweite Staffel schafft es dann, noch einen draufzusetzen und das Niveau der Serie so zu heben, dass man sie durchaus mit einer Detailversessenheit wie in Firefly vergleichen kann. Man merkt, wie sehr die Serie Whedon am Herzen liegt und er versucht das Konzept mehr auf die einzelnen Charaktere und deren Tiefen auszulegen.
Das gelingt ihm auch sehr gut, so dass ich jedem empfehle die Serie zu schauen.
Verfasst von hugn
Verfasst von hugn
Verfasst von hugn 